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Basiswissen
Was ist ein Investmentfonds?
Die Investmentidee
Die verschiedenen Fondstypen
Chancen, Risiken, Rendite
Die Investmentgeschichte
Was ist ein Investmentfonds?
Investmentfonds sind Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft, die nach dem Grundsatz der Risikomischung in Wertpapiere oder Immobilien angelegt werden. Die Anleger dieser Fonds erhalten Anteilscheine am Fondsvermögen, die ein Miteigentum am Fondsvermögen und damit einen Anspruch auf Erfolgsbeteiligung und auf Rücknahme der Anteilsscheine zum offiziellen Rücknahmepreis verbriefen.
Weitreichende gesetzliche Veränderungen in den letzten Jahren und vielfältige Innovationen ließen das Investmentsparen zu einer der bequemsten und zugleich modernsten Anlageformen werden. Es stellt heute als standardisierte Form der Vermögensverwaltung für breite Bevölkerungskreise den Schlüssel zur einfachen und kostengünstigen Beteiligung an allen attraktiven Märkten des In- und Auslandes dar.
Die Investmentidee
Die Investmentidee wird heute vordergründig mit einer risikogestreuten Anlageform gleichgestellt. Das ursprünglich Ziel war jedoch Schaffung einer Chancengleichheit der Privatinvestoren gegenüber den institutionellen Anlegern an allen Anlagemärkten.
Denn dem durchschnittlichen Sparer fehlt es fast ausnahmslos an der Zeit, die Kapitalmärkte täglich zu beobachten, an dem notwendigen Expertenwissen, an den erforderlichen Mindestanlagesummen (z.B. für eine Anlage an den Immobilienmärkten) oder an den Mitteln für eine ausreichende Risikostreuung.
Diese Hemmnisse für den Privatanleger werden durch die Anlage in einen Investmentfonds überwunden. Schon mit kleinen Beträgen kann sich der Anleger an einem großen, breit gestreuten Vermögen beteiligen und von Konditionen, Anlagen und einer Risikoverminderung profitieren, wie sie sonst nur Großanleger erreichen können.
Investmentfonds sind damit eine bequeme und zeitsparende Möglichkeit der Geldanlage, die von Fachleuten gemanagt wird.
Die verschiedenen Fondstypen
Grundsätzlich werden zwei Fondstypen unterschieden: offene und geschlossene Fonds. Offene Fonds - sogenannte Publikumsfonds - geben zur Erweiterung des Sondervermögens laufend neue Anteile aus, geschlossene Fonds - auch Spezialfonds genannt - hingegen nur eine feststehende Anzahl.
Unter diesem Navigationspunkt bieten wir Ihnen schwerpunktmäßig Informationen zu Publikumsfonds, deren Anteilsscheine von jedem frei erworben werden können.
Publikumsfonds werden wie folgt unterschieden:
- Aktienfonds Aktienfonds investieren die eingelegten Gelder je nach Vertragsbedingungen vollständig oder überwiegend in Aktien. Aktienfonds sind vor allem für Sparer interessant, die bereit sind für eine größere Renditechance ein etwas größeres Risiko, zu tragen.
Der Vorteil einer Anlage in einen Aktienfonds gegenüber einer Direktinvestition in Aktien bestimmter Unternehmen, liegt klar auf der Hand: Aufgrund der breiten Anlagestreuung eines Aktienfonds ist die Anlage weniger risikoreich als eine Direktanlage. Außerdem kann der Anleger seinen Aufwand an Fachwissen, Zeit und entsprechendem Vermögen im Vergleich zur Direktanlage geringer halten.
Aktienfonds werden nach verschiedenen Anlageschwerpunkten unterschieden, z.B. Fonds, die nur Aktien einer bestimmten Branche, eines bestimmten Landes, bestimmter Regionen oder Aktien eines bestimmten Börsenindex erwerben.
- Dachfonds Dachfonds sind Wertpapierfonds, deren Fondsvermögen wiederum in andere Fonds investiert wird. Die Auswahl der entsprechenden Fonds trifft das Fondsmanagement.
- Garantiefonds Das erklärte Ziel der Garantiefonds ist es, dem Anleger eine Kapital-zurück-Garantie mit der Aussicht auf eine gewisse Wertentwicklung unter Voraussetzung einer langen Kapitalbindung seitens des Anlegers zu bieten.
In der Praxis werden zwei klassische Formen unterschieden: Fonds mit garantierter Mindestrendite und Fonds mit garantierter Rückzahlung des Kapitals.
- Geldmarktfonds Geldmarktfonds investieren zu 100 % in reine Geldmarktinstrumente (z.B. Festgelder, kurzlaufende, festverzinsliche Wertpapiere). Ein Geldmarktfonds, der nur in Geldmarkttiteln anlegt, erzielt eine ständige Verzinsung, die eine stetige Wertentwicklung des Fonds zur Folge hat und kaum Kursschwankungen unterliegt. Daher sind diese Fonds vor allem für Anleger interessant, die eine liquide aber dennoch renditeträchtige und kursstabile Geldanlage suchen.
- Gemischte Fonds Diese Fonds investieren sowohl in Rentenpapiere als auch in Aktien. Der Fondsmanager hat die Möglichkeit den Portfolioschwerpunkt der aktuellen Marktlage anzupassen und die Gewichtungen entsprechend zu verlagern. Gemischte Fonds sind damit eine risikogepufferte Geldanlage, die dennoch von der Renditechance des Aktienmarktes profitiert.
- Offene Immobilienfonds Die Anlage in Immobilien gilt als sichere und ertragreiche Geldanlage, die auch inflationsbedingte Geldwertverluste ausgleichen kann. Unter diesem Gesichtspunkt legen die Offenen Investmentfonds ihre Gelder überwiegend in Büro- und Geschäftsgrundstücke an.
Nach dem derzeit gültigen Investmentrecht können deutsche Immobilienfonds Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte in Deutschland, in den Staaten der EG, den Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und weltweit, je nach Inhalt ihrer Vertragsbedingungen, unbegrenzt erwerben. Darüber hinaus gilt auch für Offene Immobilienfonds das Prinzip der Risiko- und Anlagestreuung.
Aus diesem Grund und nicht zuletzt auch wegen der steuerlichen Vorteile, die die Offenen Investmentfonds bieten, sind sie für Privatinvestoren eine ertragreiche und sichere Geldanlage.
- Rentenfonds Rentenfonds bestehen ausschließlich oder überwiegend aus festverzinslichen Wertpapieren wie z. B. Pfandbriefe, Kommunalobligationen, Anleihen, Euro-Anleihen ausländischer Aussteller und Fremdwährungsanleihen.
Die Rentenfonds werden nach national und international anlegenden Rentenfonds unterschieden. International anlegende Rentenfonds profitieren zum einen von dem höheren Zinsniveau des internationalen Marktes und zum anderen von eventuellen Wechselkurssteigerungen, sind aber entsprechend risikobehafteter.
Bei der Auswahl eines Rentenfonds sollten Anleger ausserdem auf die Laufzeitstruktur und das Anlageziel des Fonds achten, da diese beiden Faktoren das Risiko der Kursschwankung und die Renditechance maßgeblich beeinflussen.
Chancen > Risiken!? Rendite = ...??
Investmentfonds sind eine sehr interessante Kapitalanlage und es gibt viele Gründe, die für eine Investition sprechen:
- Risikostreuung (Diversifikation) Ihr Kapital wird in eine breite Palette verschiedener Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumente investiert. Sie erreichen dadurch eine größere Streuung bzw. Diversifikation des Risikos gegenüber einem Einzelinvestment. Eine negativer Entwicklung eines einzelnen Wertpapiers innerhalb des Investmentfonds hat eine geringere Auswirkung auf die Gesamtentwicklung des Investmentfonds.
- Individuelle Anlagepräferenzen Jeder Anleger verfolgt ein bestimmtes Anlageziel und gewichtet das Chance-Risiko-Verhältnis anders. Investmentfonds bieten eine große Auswahlmöglichkeit an Risiko- und Ertragsprofilen, so dass für jeden Anlegertypen Fonds gibt, die seiner Anlagestrategie gerecht entsprechen.
- Professionelles Fondsmanagement Die Kapitalanlagegesellschaft (KAG) beauftragt einen professionellen Fondsmanager - einen externen Berater oder einen Fondsverwalter mit Spezialkenntnissen z.B. in den Bereichen Technologie-Aktien, mit der Verwaltung des Fondsvermögens. Im Gegensatz zum Privatanleger verfügt dieser Fondsmanager über umfangreiches Fachwissen und verschiedenste Informationsquellen, die er nutzt, um das Fondsvermögen möglichst renditeträchtig zu investieren.
- Geringe Investitionskosten Der Privatanleger kann über die Beteiligung an einem Fondsvermögen bereits mit geringeren Beträgen an der Kursentwicklung der internationalen Aktien- und Anleihenmärkte partizipieren. Die Kapitalanlagegesellschaften bieten sowohl eine Einmal-Anlage als auch sog. Fonds-Sparpläne an. Dabei werden i. d. R. regelmäßige, monatliche Veranlagungen getätigt wodurch auch das Risiko von stärker schwankenden Fondspreisen ausgeglichen wird. Für den Anleger ergibt sich durch diese regelmäßigen Veranlagungen über längere Zeiträume ein durchschnittlicher Kaufpreis der Investmentfondsanteile. Dies stellt ein geringeres Risiko gegenüber einer Einmal-Anlage dar.
- Flexibilität Ein Investmentfonds kann in der Regel täglich gekauft und verkauft werden. Im Gegensatz zu Versicherungen oder Immobilienveranlagungen kann das in Investmentfonds veranlagte Vermögen jederzeit durch den Verkauf bzw. die Rücklösung von Anteilen in Liquidität gewandelt werden.
Diesen Vorteilen der Investmentanlage stehen auch Risiken gegenüber, die vor dem Kauf bedacht sein müssen.
- Das Management Der Anleger einer Investmentanlage hat keinen Einfluss auf die Kauf- und Verkaufsentscheidungen, die das Fondsmanagement trifft. Fehlentscheidungen des Fondsmanagement können dazu führen, dass sich ein Fonds negativ entwickelt.
- Kostenrisiken Beim Kauf von sogenannten "Classic-Fonds" wird ein Ausgabeaufschlag fällig, d.h. der Käufer zahlt beim Kauf dieser Fonds einen Preis, der bis zu 0,5 - 5 % höher liegt als der aktuelle Rücknahmepreis. Dieser Ausgabeaufschlag muss erst durch eine positive Kursentwicklung bzw. die Ausschüttungen des Fonds amortisiert werden, bevor der Anleger mit seiner Investmentanlage in die Gewinnzone kommt.
Für kurzfristige Investmentanlagen sind daher Fonds empfehlenswert, die keinen Ausgabeaufschlag beinhalten.
- Kursschwankungen Die Rendite von Investmentfonds verläuft in der Regel parallel zur allgemeinen Marktentwicklung der zugrunde liegenden Wertanlagen. Ein Ausstieg in schlechten Phasen ist manchmal nur mit Verlust möglich. Zusätzlich gibt es z.B. Konjunktur-, Inflations-, Länder- und Währungsrisiken, die der Anleger einkalkulieren muss.
Ein weiteres Risiko besteht darin, daß viele Anleger die Entwicklungen des Fonds in der Vergangenheit auf die Zukunft übertragen. Dies kann sich jedoch schnell als Irrtum erweisen, da an der Börse nur die Zukunft und nicht die Vergangenheit gehandelt wird
- Fehlinterpretation Performancechart Viele Anleger neigen dazu, die Performance eines Fonds in der Vergangenheit auf die Zukunft zu übertragen. Dies ist jedoch nicht möglich. Performancecharts können nicht als Indikator für die zukünftige Wertentwicklung eines Fonds fungieren.
Die Investmentgeschichte
Die ersten investmentähnlichen Gesellschaften entstanden bereits 1822 in Belgien und 1849 in der Schweiz. Diese Gesellschaften sind jedoch nur als Vorläufer der eigentlichen Investment-Gesellschaften anzusehen, die um 1860 in Schottland (scottish-american investment company) und in England gegründet wurden. In Großbritannien nahmen Investment-Gesellschaften bereits in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einen starken Aufschwung; sie befassten sich überwiegend mit der Kapitalanlage in Übersee, teils in Schuldverschreibungen, teils in Aktien.
In den USA vollzog sich die Gründung von Investment-Gesellschaften sehr viel später als in Großbritannien. Die älteste amerikanische Investment-Gesellschaft nahm ihre Tätigkeit 1894 auf. Die eigentliche Entstehung der amerikanischen Investmentindustrie liegt in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als die USA zu einem der größten Gläubigerländer heranwuchsen. Bis zum Jahr 1929 war die Zahl der Investment-Gesellschaften auf etwa 700 angewachsen. Dem Börsenkrach des gleichen Jahres fiel dann allerdings die Hälfte dieser Gesellschaften zum Opfer. Die Hauptursache dieser Zusammenbrüche lag darin, dass die meisten Gesellschaften nicht nur das Prinzip der Anlagestreuung missachtet, sondern auch den größten Teil ihrer Anlagewerte auf Kredit gekauft hatten und außerdem kapitalmäßig miteinander verflochten waren.
Diese Erfahrungen prägten in der Folgezeit nicht nur das amerikanische, sondern auch das europäische und deutsche Investmentrecht, ebenso die EG-Richtlinie zur Koordinierung der Rechtsvorschriften für Investmentunternehmen von 1985.
Im Gegensatz zu der fast stürmischen Entwicklung in den USA, aber auch im Vergleich zu den angelsächsischen Ländern, gelang dem Investmentsparen in Deutschland der Durchbruch erst relativ spät. Die ersten nennenswerten Versuche in den zwanziger Jahren, Investment-Gesellschaften zu gründen, scheiterten, weil diese nicht über ausreichende Sicherungs- und Kontrollmöglichkeiten verfügten, aber auch an der prohibitiven Besteuerung, die heute aufgrund des im Investmentsteuerrecht geltenden Transparenzprinzips (keine Schlechterstellung des Investmentsparers gegenüber dem Direktanleger) beseitigt ist.
Erst ab 1949 wurde in Deutschland mit der Gründung der "Allgemeinen Deutschen Investment GmbH" in München der Investment-Gedanke wieder erfolgversprechend aufgegriffen. Diesem Neuanfang folgten in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre, in der ersten Hälfte der siebziger und der zweiten Hälfte der achtziger Jahre wahre Gründungswellen von Kapitalanlagegesellschaften. Auch aktuell werden weiterhin neue Kapitalanlagegesellschaften gegründet.
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